Mission Statement

missionstatementMoin Kinners, schön, dass Ihr hergefunden habt. Schuhe bitte ausziehen, Mantel anlassen? Ja, ich weiß, bei mir ist immer etwas kühl. Nehmt Platz, möchtet Ihr ’ne Tasse Tee?

Da wären wir. Auf diesen — nicht ganz so bunten — Seiten werde ich ab sofort mit Euch (fast) all das teilen, was mich interessiert. Von Büchern, Webseiten, Videos, Filmen, Tweets und Gedanken bis hin zu halb-geisteswissenschaftlichem Quatsch. Eben alles, was man bei einer Tasse Tee genießen oder bereden kann. Ab und an wird es auch um den Tee selbst gehen. Der gute alte Feuilleton beschäftigt sich ja auch nur mit Themen, die man in Ohrensesseln rezipieren kann — oder wie lautete hier noch mal das Klischee?

Als „klassischen“ Blog (gibt es solche noch?) würde ich das, was ich hier vorhabe, dennoch nicht bezeichnen. Lediglich in den Kategorien „Logbuch“ und „In eigener Sache“, wird man Material finden, das man wirklich der Blogdefinition für Inhalte zuordnen kann.

Man merkt: Ich habe Probleme mit dem Begriff Blog. Zum einen, weil er für viele Menschen unmittelbar eine Schublade im Kopf aufmacht, die die Inhalte der jeweiligen Webseiten qualitativ und inhaltlich einstuft, zum anderen, weil diese Schubladen bei jedem anders aussehen. Außerdem sage ich der Blog, nicht das Blog. Einerseits, weil der Duden mir beides erlaubt und ich andererseits einen geistigen Würgereiz empfinde, wenn ich „das Blog“ höre. Der Logik („Das Weblogbuch = Das Blog!“) setze ich ein simples „Das klingt scheiße.“ entgegen. Auch weil das Wort jünger ist als ich. Außerdem schreibt man Delphin mit P und H, Graphic Novels sind einfach nur Comics (und deshalb nicht besser oder schlechter als diese) und Kamille ist kein Tee. Aber genug von den nervigen Dingen des Alltags. „Mission Statement“ weiterlesen

‘ne Tasse Tee begins: „Turn in your gun and your badge“

gunbadge
Ein journalistisches Äquivalent zu Marke und Dienstwaffe. (Das Smartphone ist Privatbesitz und daher nicht im Bild.)

Mitte Juni fühlte ich mich, wie so viele kitschige amerikanische Cops in kitschigen amerikanischen Bewegtbildproduktionen. Ich wurde darüber informiert, dass ich am 12. Juni meinen Arbeitslaptop, nebst Gebäudeschlüssel und Stechuhrenchip abzugeben habe. Nunja. Ganz so brutal war es nicht, eigentlich hatte eine ganz normale – und nicht absolut überraschende – Kündigung aus betriebsbedingten Gründen stattgefunden. Man war zufrieden mit meiner Arbeit und mir als Person. Wieso man das Arbeitsverhältnis dennoch eingestellt hat, soll hier nicht analysiert werden, da es sich um interne Entscheidungsprozesse handelt, die die Öffentlichkeit nichts angehen – vielleicht kann ich zu einem anderen Zeitpunkt mehr dazu sagen.

Nachdem der erste Schock überwunden war, wandelte sich das melodramatische „Turn in your badge and your gun“-Feeling in eine Stimmung, die eher der wohl kitschigsten Szene der Karriere von Samuel L. Jackson ähnlich sah. Natürlich kann man am Tag der Kündigung nicht glaubwürdig behaupten, dass man sowieso gehen wollte, gleichzeitig wird mir aber wohl jeder Arbeitnehmer glauben, dass es Dinge gab die mich gestört haben.

Dazu gehören Dinge, die eben bei jeder Festanstellung der Fall sind, man ist beispielsweise nicht sein eigener Herr. Hinzu kommen auch ganz spezifische Dinge – so wichtig ich Regionalberichterstattung auch finde, sollte ich nie wieder eine Unfallmeldung von der Bundesstraße Drölf bei Fiktivhausen schreiben müssen, kann ich sehr, sehr gut damit leben.

Natürlich ist ein „Blog“, was dies hier ja zumindest aus technischer Sicht ist, etwas völlig anderes, als ein Nachrichtenportal. Jedenfalls was die Außenwirkung angeht. Sachlich betrachtet, muss man schon ein wenig unter die Oberfläche blicken und überprüfen wie die jeweiligen Medien entstehen, um die wirklichen Unterschiede deutlich zu machen. Tatsache ist, dass ich diese Seite, ihren Namen und ihre Inhalte schon viel länger geplant hatte. Das Ding sollte bereits vor Jahren online gehen, das Ende meiner vorherigen Arbeitsstelle, hat das Projekt dann aber schlussendlich beschleunigt und mir den Elan gegeben, endlich zu verwirklichen, was ich schon lange in Vorbereitung hatte.

Aber davon genug. Wer mehr darüber erfahren will, was ich mit „’ne Tasse Tee“ vorhabe, dem lege ich mein Mission Statement an’s Herz. Herz ist ein gutes Stichwort. Am selbigen liegt mir diese Seite. Seid nett zu ihr.